Als ich im Dezember letzten Jahres in der ,,Weihnachtshauptstadt“ in Straßburg war, wurde der Trip zu einer der schrecklichsten und lustigsten zugleich. Eigentlich war auch gar nicht Straßburg daran Schuld, sondern unser Hotel. Aber fangen wir ganz am Anfang an.

Meine Mitbewohnerin und ich wollten nach Straßburg auf den Weihnachtsmarkt. Das Elsass soll eh total romantisch sein und wir sind Weihnachtsjunkies. Also haben wir per Mitfahrgelegenheit jemanden für die Hinfahrt gefunden und zurück sind wir per Bahn.
Die Hotelsuche dagegen stellte sich als sehr schwierig raus. Da Straßburg zur Weihnachtszeit überrannt wird, war natürlich kein bezahlbares Hotel mehr frei. Umso glücklicher waren wir als wir ein Ibis Hotel gefunden haben. Es hieß Hotel Ibis Haguenau Strasbourg Nord. Auf der Seite stand auch, Anbindung an die öffentliche Verkehrsanbindung und es stand etwas von 30 Minuten vom Hauptbahnhof von Straßburg. Waren wir froh noch etwas gefunden zu haben!

Also ging es an einem Samstag früh los. Wir wurden von einem netten Pärchen mitgenommen und die Zeit verging wie im Flug. Gut von Heidelberg war es auch circa nur eine Stunde. Ich fand es irgendwie faszinierend in einem Moment noch in Deutschland und schwupp im nächsten in Frankreich. Mit Berlin und Polen kannte ich das schon vorher. Aber irgendwie war es anders, ich meine mal das ist Frankreich. Vielleicht bin ich auch einfach nur etwas bekloppt.

Von unserer Mitfahrgelegenheit wären wir gerne am Bahnhof abgesetzt worden. Da die beiden aber auch das erste Mal in Straßburg waren und kein Navi hatten, wurde dieses Unterfangen etwas komplizierter als gedacht. Wir sind noch ziemlich lange einfach so rumgegurkt, ohne die leiseste Ahnung wie wir zum Hauptbahnhof kommen. Irgendwann haben wir uns dann einfach abgesetzt ,,Leute wir steigen hier einfach aus und gucken nach einem Bus“.

Da standen wir nun in einem Wohngebiet in Frankreich. Zum Glück, war nicht weit entfernt ein Geschäft zu finden. Dort haben wir erstmal nachgefragt wie wir nach Haguenau kommen. Und der Kassierer hat uns tatsächlich ausgelacht. Er meinte es ist ganz weit weg und wir müssen mir der Bahn fahren ect. Da er aber nicht wirklich Englisch konnte haben wir gedacht der spinnt doch. Er hat dann noch seinen Chef geholt, damit der uns erklären konnte wie wir bis zum Hauptbahnhof kommen. Also sind wir zu dem besagten Bus gegangen, der dann auch kam. Der Busfahrer konnte aber auch kein richtiges Englisch, hat uns aber versucht zu sagen das wir umsteigen müssen irgendwo. Nach vielen ratlosen Blicken hat sich dann eine andere Fahrerin erbahnt und gesagt sie zeigt uns dann den Weg, wenn es so weit ist.

Straßburg2

Mit ihr sind wir dann irgendwann ausgestiegen und zur Straßenbahn gelaufen. Und dann waren wir auch schon recht schnell am Bahnhof. Natürlich waren wir durch die Odyssee schon etwas bedient. Wir wollten doch nur schnell unser Gepäck ablegen und dann auf die Weihnachtsmärkte.

Aufjedenfall am Bahnhof angekommen, sind wir ins Servicecenter. In dem Servicecenter konnte auch nur eine Person Englisch. (Die ganzen Gerüchte von Frankreich bestätigen sich leider immer wieder.) Die Person erklärte uns auch wie wir fahren müssen und was wir für ein Ticket brauchen – günstig ist etwas anderes.

 

Als wir endlich im Zug waren, war die Stimmung etwas gedrückt. Vorallem weil die Fahrt etwas länger als 30 Minuten dauert. Und auch in Haguenau hat sich die Anbindung bis zum Hotel als etwas schwierig herausgestellt. Das Hotel liegt nämlich auch außerhalb von haguenau, in einem Industriegebiet. Der Bus zu unserem Hotel fuhr auch nicht so oft. Da wir aber zwei nette Mädchen sind hat uns so eine Art Taxibus mitgenommen. In dem Taxi zieht man ein Ticket für einen Euro. Und obwohl es nicht seine Strecke war, bis zu unserem Hotel, hat er uns dennoch mitgenommen. Und er hätte uns auch nach seinem Feierabend nach Straßburg mitgenommen. Da das aber um 18 Uhr erst gewesen wäre, war uns das leider etwas zu spät. Im übrigen hat der taxifahrer Deutsch gesprochen. In der Europastadt findet man kaum jemanden der Englisch kann, geschweige denn Deutsch und in Haguenau?

Das Hotel war sehr angenehm, halt klassisch Ibis. Zum Bahnhof sind wir dann per Bus gefahren, der natürlich mit Verspätung kam. Auf der Fahrt in dem Zug haben wir dann schon gewitzelt über unsere Situation. ,,Abseits der Pfade – leben zwischen den Locals“ war ein Tipp für meinen Blogpost, gut das ist wahrscheinlich lustiger wenn man dabei war, aber ich habe Tränen gelacht – vielleicht auch aus Verzweiflung.

Die Misere mit dem Weihnachtsmärkt könnt ihr im übrigen hier nachlesen

Am Abend haben wir uns gedacht,  wir fahren einfach eine Stunde früher zurück als geplant. Doch was mussten wir feststellen als wir ankamen? Zu der Stunde, zu der wir fahren wollten, fuhr kein Zug nach Haguenau. Also haben wir uns über eine Stunde in die Wartehalle gesetzt. Murphys Law hat voll eingesetzt. Und auch nach der Stunde fuhr kein Zug mehr, sondern nur noch ein Bus. Wir waren Todmüde als wir in Haguenau ankamen und da zu so später Stunde natürlich kein Bus mehr fuhr, mussten wir uns ein Taxi ordern.

Haguenau

 

Geschlafen haben wir wie die Königinnen und auch das Frühstück war Spitze. Der Tag konnte nur gut werden- dachten wir zumindest. Denn wir haben etwas verspätet festgestellt, dass Sonntags gar kein Bus fährt. Also haben wir uns wieder ein Taxi bestellt. Da das aber über 20 Minuten bis zu uns gebraucht hat, haben wir auf die Minute unseren Zug wegfahren sehen. Also durften wir wieder eine Stunde warten. Zum Glück gab es am Bahnhof ein Cafe. Mein Geld war durch diese kurze reise beträchtlich geschrumpft und so habe ich mir dann nochmal Geld abheben müssen.

Wir waren so froh als wir wieder wegkamen und lachen heute noch über diesen Trip.

 

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